Die Vergessenen Menschen im Himalaya 

Situation und Hintergrund 

Unser Projektgebiet

Karnali, das am wenigsten entwickelte Bundesland Nepals, liegt am Rande des Himalayas, grenzt an Tibet und ist eine der ärmsten Regionen der Welt. Unsere Projektdörfer liegen im Distrikt Mugu. Die Menschen sind abgeschnitten von jeglicher Zivilisation, keine Straße führt in oder aus diesem Gebiet. Die Lebensbedingungen sind mittelalterlich und die Lebenserwartung liegt bei 36 Jahren.

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Es gibt in Mugu keinerlei Infrastruktur, keinen Strom, keinen Zugang zu Trinkwasser, keine Läden, keinen Austausch von Gütern durch den Mangel an Straßen und kaum Nahrung. Die Menschen dort verhungern noch, weil sie wegen der Höhenlage nur 3 Monate im Jahr etwas anbauen können. 75% des Gebietes liegen über 4.500 Meter. Reis wächst dort gar nicht mehr, höchstens ein paar Äpfel, Walnüsse und ein bisschen Getreide.

Die Menschen Mugus

Fast jeder Fünfte gehört einer niedrigen Kaste an und erfährt eine immense Einschränkung seiner Grundrechte, ebenso ist die Möglichkeit für eine Schulbildung fast nicht vorhanden. Die medizinische Versorgung ist eine der schlechtesten weltweit. Die Analphabetenrate im gesamten Gebiet liegt bei 75%, bei Frauen sogar bei 92%.

Ein Hygienebewusstsein ist schlichtweg nicht vorhanden: alle verrichten ihr Geschäft einfach vor dem Haus auf den Dorfweg und die Fäkalien liegen überall verstreut umher. Je mehr Kot vor dem Haus liegt, umso mehr beweist die Familie damit, dass sie etwas zum Essen haben, ihr soziales Ansehen steigt dadurch! Der Zusammenhang von mangelnder Hygiene und Krankheiten ist den Dorfbewohnern noch nicht bewusst, denn sie hatten keinerlei Chance auf Bildung.

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Winters wie sommers besitzen die Menschen nur ein Set an Kleidung, die meisten haben auch keine Schuhe und im Winter liegt der Schnee monatelang hoch und es ist bitterkalt. Die gesamte Region litt schwer unter dem 15-jährigen Bürgerkrieg und die wenigen Brücken zwischen den Dörfern wurden im Laufe dieser Zeit entweder von der Armee oder von den Maoisten zerstört, damit wurde jeglicher Handel zwischen den Dörfern sehr erschwert oder unmöglich gemacht.

Das Schicksal der Frauen

Mugu ist die einzige Region der Welt, in der die Frauen früher sterben als die Männer, weil sie zu wenig Nahrung haben. Im Schnitt nehmen sie 1.018 Kalorien pro Tag zu sich, das ist viel zu wenig, 3.000 Kalorien braucht der Mensch, um gesund zu bleiben. Die medizinische Versorgung ist katastrophal. Das einzige Krankenhaus in der Distrikthauptstadt Gamgadhi, oft nur sporadisch mit einem Arzt besetzt, aber für über 45.000 Menschen zuständig, hat durch das Fehlen von Medikamenten meist keine Hilfe im Notfall anzubieten, die Menschen sind dann zum Tod verurteilt.

 

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Viele Frauen sterben noch bei der Kindsgeburt, weil sie zu viel und zu schwer arbeiten müssen und unter harschen kulturellen Regeln leiden, so müssen sie z.B. während ihrer Periode und der Geburten das Haus verlassen und im Viehstall oder in einem speziellen Erdloch im Wald diese Tage und Nächte verbringen, auch im Winter bei Minusgraden. Natürlich ist deshalb auch die Säuglingssterblichkeitsrate überdimensional.

Die Kinder Mugus

Die Kinder haben nur selten die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, da sie arbeiten müssen und auch keine Schulmaterialien vorhanden sind. Im Schnitt besucht ein Kind nur acht Monate die Schule - und diese Zahl ist aufs ganze Leben bezogen. Nur ein Prozent erreicht Klasse 8 und höher.

 

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Die wenigen Kinder, die zur Schule gehen (ca. vier Prozent), haben zum Teil lange und schwere Schulwege, die Lehrer sind demotiviert und nicht genügend ausgebildet, da jemand mit Bildung in diesem Gebiet nicht leben will. Solche Leute zieht es eher ins Tiefland oder nach Kathmandu. Ein Lehrer unterrichtet meistens alle Klassen - von der ersten bis zur achten - gleichzeitig, in einem Raum, alle auf dem staubigen Erdboden sitzend. Von Schulheften oder Stiften, geschweige denn Tischen und Stühlen, können sie nur träumen, sie kritzeln mit Stöcken auf den Erdboden.

 

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Es herrscht wirklich große Not. Die Regierung fliegt mit Helikoptern über das World Food Programm pro Ladung vier Tonnen Reis für 45.000 Menschen ein, doch die Helikopter starten natürlich nicht, wenn schlechtes Wetter herrscht. Die Menschen stehen dort an der Schotterpiste, die als Landebahn dient, und warten auf den Reis wie Bettler, es ist so traurig, das zu sehen. Das ist nicht die Art der Hilfe, die diese Bergbewohner benötigen, diese Menschen brauchen eine echte Perspektive, dauerhafte Hilfe zur Selbsthilfe und nicht Almosen aus der Luft kurz vor dem Verhungern. So können sie sich gleich aufgeben.